Das EXPO 2000 Desaster

Der Jubel war groß als Hannover 1990 mit nur einer Stimme Mehrheit (der der ehemaligen DDR) den Zuschlag für die Weltausstellung EXPO 2000 bekam. Man hatte 10 Jahre Zeit um das Messegelände in Hannover zu erweitern und etwas Beeindruckendes zu erschaffen. Mit dem Wort Weltausstellung verbindet EXPO-HANNOVER_8937man unweigerlich das Atomium in Brüssel oder den Eiffelturm in Paris.

Leider war bei der EXPO in Hannover zu viel politisches Kräftemessen mit im Spiel, was im Endeffekt dazu führte, dass die anfängliche Begeisterung im Laufe der Zeit umschlug und eigentlich fast jede bei der Erwähnung der Weltausstellung die Nase rümpfte.

Unter dem Motto „Mensch, Natur und Technik – Eine neue Welt entsteht“ wurden Millionen zum Fenster hinausgeblasen um von mehr oder weniger namhaften Architekten zum Teil wilde Gebäude zu entwerfen hinter denen zwar irgendwo ein Sinn stecken soll, dieser aber für „Otto-Normalbesucher“ ein meist unlösbares Rätsel bleibt. Dabei ist es wirklich kein Geheimnis, dass wenn man jegliche Art von gestaltender Kunst seinem Publikum erklären muss, taugt sie nichts. Diese Verfahrensweise funktioniert vielleicht in kleinen Galerien vor einem erlesenen Insider Publikum aber nicht für Millionen von normalen Menschen, welche unterhalten werden wollen.

So zeichnete sich in den Monaten vor der Ausstellung bereits ab, dass die von den Veranstaltern anvisierte Zahl von 40 Millionen Besuchern schlichtweg utopisch ist. Trotz massiver Werbekampagnen konnten die Deutschen mit dem Beworbenen so gar nichts anfangen und waren nicht bereit 70 Mark für ein Ticket zu zahlen. Zudem waren die Preise an den Imbissständen ebenso in astronomischer Höhe, so dass es von allen Seiten Kritik hagelte. Nach fünf Monaten EXPO 2000 konnten die Organisatoren gerade mal 18 Millionen Besucher verkünden, was weit weniger als die Hälfte der ursprünglichen Kalkulation war.

Neben den ausbleibenden Besucherströmen war auch die Nachnutzung der Pavillons ein Flop. Das Holländische Pavillon steht noch heute ungenutzt auf dem Gelände und ist von Vandalismus gekennzeichnet. Dem spanischen Pavillon widerfährt das gleiche Schicksal.

Das einzige was von der EXPO 2000 in Hannover wirklich in Erinnerung bleibt ist die Pinkelattacke von Prinz Ernst August von Hannover auf das türkische Pavillon.

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